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SPD-Ortsverein Nord:

"Rechtsextremistisches Gedankengut geht quer durch alle Bevölkerungsschichten", so Thomas Kutschaty, SPD-Landtagsabgeordneter und Mitglied im Rechts- und Innenausschuss des Landtages. Auf Einladung der SPD im Ortsverein Münster Nord gab Kutschaty einen Überblick darüber, wie verbreitet Rechtsextremismus in NRW und Deutschland allgemein ist. "Wissenschaftliche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ca. 20% der Deutschen ausländerfeindlich sind und 9% auch antisemitisch eingestellt sind. Das sind also wesentlich mehr, als nur die, die auch rechtsextreme Parteien wählen", erklärte der Landtagsabgeordnete. Diese Einstellungen gehen einher mit einem starken Anstieg der Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Kutschaty: "Die Aufklärungsquote ist leider sehr gering, da es sich meistens nur um Schmierereien an Häuserwänden handelt, die schwer zurück zu verfolgen sind. Aber auch die Anzahl der Gewalttaten steigt stark an." Als zweiter Referent ging Michael Sturm von der "mobilen Beratung im Regierungsbezirk Münster, gegen Rechtsextremismus, für Demokratie" (mobim) danach auf rechtsextreme Organisationen in Münster und dem Münsterland ein. Die NPD zeige dabei in Münster wenig Aktivität. "Lange Zeit galt der Kreis Steinfurt als Modellwahlkreis der NPD. Im Moment ist aber auch der dortige Kreisverband inaktiv und wird auch nicht an den Kommunalwahlen 2009 teilnehmen", so Sturm. Eine neue Taktik der Rechtsextremen sei es, neue Themen mit alten Inhalten zu füllen. So nutzten sie mittlerweile die Globalisierungskritik, um ihr Gedankengut zu verbreiten. Auch erkenne man Rechtsextreme heute nicht mehr ganz einfach an Glatze und Springerstiefeln, die Szene habe sich gewandelt und angepasst.