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SPD Münster Nord: Bezahlbaren Wohnraum erhalten

Auf starke Kritik stößt das Vorgehen der Stadt an der Grevener Straße. Gestern hatten Bauarbeiter im Auftrag des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn- und Stadtbau die Versorgungsleitungen an mehreren Häusern der Grevener Straße gekappt, die zurzeit besetzt sind. In den betroffenen Häusern gibt es nun weder Wasser noch Strom, die Hausbesetzer sollen damit zum Verlassen der Häuser gebracht werden. "Hier wird wieder einmal versucht Nägel mit Köpfen zu machen, um die Häuser schnell abreißen und durch Neubauten ersetzen zu können", findet Lars Wieneke, örtlicher Ratskandidat der SPD. "Uns geht es darum bezahlbaren Wohnraum nicht nur neu zu schaffen, sondern auch zu erhalten. Das gilt auch für alternative Wohnformen. Das Vorgehen der Verantwortlichen ist dabei nicht nur kontraproduktiv, sondern auch nicht im Sinne eines vernünftigen Umgangs miteinander, insbesondere nicht mit den autonomen Gruppen, die sich in den Häusern niedergelassen haben", so Wieneke. Kritisch sehen die Sozialdemokraten allerdings auch den Umgang der Hausbesetzer mit den Bauarbeitern. Anna Boos, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Nord, meint hierzu, dass "ein Angriff mit Wasserbomben auf die Bauarbeiter die Gesprächsatmosphäre bestimmt nicht verbessern wird." Sie forderte Hausbesetzer, Stadtverwaltung und Wohn- und Stadtbau dazu auf, möglichst schnell in friedlicher Weise wieder miteinander zu sprechen. Dazu gehört für sie, dass die Besetzer wie auch immer geartete Angriffe unterlassen. Stadt und Wohn- und Stadtbau fordert sie im Gegenzug dazu auf, ihre Abrissplanungen zumindest zunächst auszusetzen. Boos und Wieneke: "Wir wollen, dass an der Grevener Straße auch in Zukunft günstige Wohnungen vorhanden sind." Eine weitere Kernforderung der Sozialdemokraten sei der Erhalt des Hauses mit der Nummer 31 auf der Ecke zur Grevener Straße. "Das Gebäude ist prägend für das Stadtbild und verleiht dem Viertel ein Gesicht."