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Die SPD in Münster Nord ist gegen ein Hochhaus auf dem ehemaligen TÜV-Gelände an der Ecke Steinfurter Straße und York-Ring. Die Ortsvereinsvorsitzende Dr. Anna Boos sieht viele gute Gründe gegen den Start eines neuen Planverfahrens für eine Hochhausbebauung, die überhaupt nicht ins Viertel passt. "Der neue Entwurf sieht besser aus als die bisherigen Planungen. Das ändert aber nichts daran, dass der grundsätzliche Entwurf falsch bleibt." Das Hochhaus schiebe sich in die Sichtachse auf das historische Bild der Altstadttürme von Überwasserkirche, Dom und St. Lamberti. "Der Tower wird so die Aussicht auf das bislang erhaltene Stadtbild negativ verändern und die benachbarten Wohnhäuser an der Gasselstiege werden durch den Schattenwurf beeinträchtigt", so Boos. Dazu kämen noch erhebliche zusätzliche Verkehrsbelastungen. Dass die ZEB eine repräsentative Zentrale in Münster haben möchte, versteht Anna Boos trotzdem. Auch sieht sie mehrere andere attraktive Grundstücke in Münster, die sich tatsächlich für ein Bürohochhaus eignen würden, zum Beispiel am Albersloher Weg. "Die Argumentation, dass so Arbeitsplätze verloren gehen würden, ist nur ein Scheinargument", so die Sozialdemokratin. "Und abgesehen davon ist ein architektonisch gelungener Büroneubau auch möglich, ohne das historische Stadtbild zu beeinträchtigen." Für das ehemalige TÜV-Gelände wäre eine Hochhausbebauung auf jeden Fall der völlig falsche Weg, da auch der rechtskräftige Bebauungsplan an dieser Stelle eine höchstens viergeschossige Bebauung vorsieht. Diese Meinung wird im Übrigen auch von den Fachleuten geteilt. So haben die Vorsitzenden der drei Architekten- und Ingenieurverbände in Münster gerade in einem offenen Brief deutlich gemacht, dass sie diese Stelle für ein Hochhaus für ungeeignet halten und dass die historische Silhouette Münsters dadurch beschädigt werden würde.